Frequently Asked Questions

E-Mobilität ist ein ganz neues, spannendes Thema. Das Interesse ist groß, jeder saugt Informationen auf wo es geht. Wir möchten für unseren speziellen Teil der eMobilität, ohne Anspruch auf Vollständigkeit, ein paar generelle Fragen zu den Umrüstungen beantworten.

Insbesondere zum Umbau, der TÜV/EMV-Problematik und den Komponenten möchten wir Informationen bieten.

Alles was den Umbau betrifft…

Was macht TURN-E? [törn-i], englisch: drehen, wenden, sich zu wenden. Frei übersetzt: werde elektrisch

Der Umbau eines Autos auf Elektroantrieb beinhaltet den Austausch aller Komponenten des Benzin/Diesel-Antriebs gegen die des E-Antriebs. Verbrennungsmotor, Tank, Auspuff, usw. werden entfernt und fallen entweder ersatzlos weg oder werden ersetzt. Der Elektro-Motor wird mittels Adapterplatte an das vorhandene Getriebe angeflanscht. In manchen Autos behält man die Gangschaltung bei, in den CITY Modellen wird das Getriebe im 3. Gang fixiert. Anstelle des Tanks, oder an einer anderen geeigneten Stelle, werden die Batterien in eingriffssicheren Gehäusen verbaut, ebenso die Leistungselektronik zum Ansteuern des Motors.

Um den Segen des TÜVs zu bekommen müssen alle Komponenten elektrisch und mechanisch sicher verbaut werden und eine Prüfung für elektromagnetische Verträglichkeit bestehen. Gerade in diesem Punkt herrscht viel Verwirrung um den Zeitpunkt der Erstzulassung, die wir in einer eigenen Rubrik zu dem Thema erläutern.

Wie weit kann ich mit einem Elektroauto fahren?

Das kommt ganz auf den verfügbaren Platz, das Budget und die individuellen Wünsche an.  Wir verbauen nur Li-Ionen Batterien, die brauchbare Reichweiten und verträgliches Gewicht ermöglichen. Ist genug Platz vorhanden, lassen sich Reichweiten von 200km bis über 400km realisieren. Bevor man allerdings zum Träumen anfängt, was man gerne hätte, ist es angeraten, eine Art Reality-Check vorzunehmen: Wie weit fahre ich jeden Tag tatsächlich? Gehören Sie zu den 80% der Fahrer, die jeden Tag unter 40km fahren?

Was man gerne hätte, wird beim Elektroauto sehr schnell sehr teuer – die ungenutzte Reichweite amortisiert sich nicht. Die Staus morgens und abends werden hauptsächlich von Pendlern und dem Lieferverkehr produziert. Nicht jeder von uns ist reisender Vertreter oder besucht seine Großeltern 3x pro Woche.

Das Zitat eines ehemaligen EV-1 Besitzers aus dem Film “Who killed the Electric Car” trifft es auf den Kopf:

 

… wir können Elektroautos noch nicht auf den Markt bringen weil sie erst 90% unserer Mobilitätsbedürfnisse erfüllen…

 

90% bedeutet, dass man schon heute so gut wie alle Fahrten elektrisch bewältigen kann. Für die restlichen 10% wie die Fahrt in den Urlaub, oder längere Fahrten gibt es Züge oder Leihwagen.

Wie schnell kann ich mit einem Elektroauto fahren?

Entscheidend für die Endgeschwindigkeit ist die Antriebsleistung. Die Beschleunigung im umgebauten Auto ist schon deshalb besser als vorher, weil nicht geschaltet werden muss und das Drehmoment bereits ab Null Umdrehungen anliegt. Von gemütlich bis sehr schnell ist alles möglich. Spätestens der Tesla hat gezeigt, dass E-Autos nicht klein, seltsam und langsam sein müssen.

Die CITY 25/30 Modelle fahren bis zu 120 km/h und werden größtenteils im stadtnahen Verkehr eingesetzt.
Soll es schneller gehen stehen Antriebe bis 160kW zur Auswahl, die Geschwindigkeiten von über 200 km/h ermöglichen.

Rekuperation – ja-nein?

Alle unserer Umbauten verwenden Drehstrommotoren, d.h. die Rückgewinnung von kinetischer Energie wird ausgenutzt. Dabei wird der Motor zum Generator und lädt die Batterie. Anders als beim Verbrennungsfahrzeug wird die Energie nicht in Wärme umgewandelt und verschenkt, sondern wieder für den Antrieb nutzbar gemacht. Realistisch betrachtet kann man ca. 10–20% der Energie zurückgewinnen. Die Ausbeute ist im Stadtverkehr am größten, weil hier oft gebremst wird. Über Land und Autobahn ist es oft besser ohne Rekuperation zu fahren, die kinetischer Energie auszunutzen und das Auto rollen zu lassen.

Der Vollständigkeit halber sei hier erwähnt, dass Rekuperation auch mit Gleichstrommotoren möglich ist. In den PSA-Fahrzeugen der frühen 90er Jahre wurde das schon erfolgreich umgesetzt. Die heute erhältlichen, gängigen DC-Motoren von Netgain und Kostov mit den passenden Steuerungen sehen die Rekuperation nicht vor.

Rekuperation wird auf unterschiedliche Art initiiert. In unseren Umbauten ist die Rekuperation an das Fahrpedal, die Bremse oder beides gekoppelt. Geht man vom Strompedal, bremst der Elektro-Motor ähnlich der Motorbremse im Benzinauto, tippt man die Bremse an, rekuperiert der Motor stärker. Mit etwas Übung kann man im Stadtverkehr nur mit der Motorbremse exakt vor der Ampel zum Stehen kommen. Die mechanischen Bremsen werden nur noch für die letzen Meter benötigt und verschleißen dementsprechend weniger.

Wie lange halten die Batterien?

Die Antwort auf diese Frage hängt stark von der Nutzung des Autos ab. Laut Hersteller können die LiFePo4 Zellen bis zu 2000 mal aufgeladen werden bevor sie noch 80% ihrer Originalkapazität besitzen. 3000 Ladezyklen bis 70% Originalkapazität. Nach unseren eigenen Erfahrungen mit 85.000 km und 1.200 Ladezyklen auf unserem ersten Batteriepack spricht alles für diese Werte. Eine Laufleistung von über 200.000km mit einem Batteriepack sollte möglich sein.

Geht man von der rasanten Entwicklung der letzten 2 Jahre aus, können wir uns gut vorstellen, dass Kunden die bisherige Fahrbatterie als Pufferspeicher für eine PV- oder BHKW-Anlage verwenden und im Auto neue Zellen verbauen, um noch größere Reichweiten zu schaffen.

Wie lange dauert der Umbau auf Elektroantrieb?

Das hängt von der Wahl des Autos ab. Die CITY Modelle werden netto in ca. 2 Wochen umgebaut. Die Beschaffung der Komponenten, insbesondere der Batterien, nimmt oft bis zu 2 Monate in Anspruch. Sind noch Restaurationsarbeiten notwendig, muss auch hierfür Zeit eingeplant werden. 3–4 Monate sollte man, je nach Fahrzeug, einrechnen.

Wann und wie oft werden die Autos gewartet?

Normalerweise ist wenig Wartung notwendig. Nach dem Umbau starten Sie mit den wesentlichen Verschleißteilen wie z.B. die Bremsen im Neuzustand. Am elektrischen Antriebsstrang kann fast nichts mehr kaputt gehen. Im Vergleich zu einem herkömmlich Motor mit über 700 beweglichen Teilen sind es beim E-Motor weniger als 10% davon! Auch die Elektronik ist verschleißfrei. Zündkerzen, Keilriehmen, Ölfilter, usw. gibt es nicht mehr.

Was passiert, wenn doch mal eine Reparatur notwendig wird?

Auf alle von uns verbauten Komponenten geben wir 1 Jahr Garantie. Sollte nach Ablauf dieser Zeit ein Defekt am Auto zu beheben sein, bemühen wir uns Ihnen schnell und unbürokratisch zu helfen. Der modulare Aufbau der Umbauten ermöglicht uns die defekten Komponenten zeitnah auszuwechseln und Ihre Mobilität wieder herzustellen.

Können auch andere Autos als die hier vorgestellten umgebaut werden?

Prinzipiell kann jedes Auto umgebaut werden. Ältere Autos eigenen sich besser, weil der Aufwand zur Integration der Systeme in die Fahrzeugelektronik gering ist. Für jedes neue Auto müssen Halterungen, Adapterplatten, Batterie-Packs, usw. neu konstruiert und angefertigt werden. Ja, es ist möglich und wir sind für alles offen, wenn die Wünsche und das Budget zusammenpassen.

Die CITY Modelle haben einen relativ hohen Vorfertigungsgrad erreicht, sodass wir hier einen leichten Skaleneffekt an die Kunden weitergeben können. Trotzdem handelt es sich mehr oder weniger um Einzelstücke, die ein hohes Maß an Individualität bieten.

Benzinkosten vs. Stromkosten?

Dieses Thema zaubert das berühmte EV-Grinsen auf die Gesichter von E-Autofahrern. Die CITY 25/30 brauchen ca. 12-15kWh/100km. Das sind mit Grünstrom-Tarif (0,23 €/kWh) gerechnet um die 3,– €. Das schafft kein herkömmliches Auto und auch nicht die Bahn. Der elektrische Antriebsstrang ist um den Faktor 4 und mehr effizienter als der eines Verbrenners. Im Vergleich zum Verbrennungsmotor fällt nur wenig Wärme an, d.h. die eingesetzte Energie wird sehr viel besser in Bewegung umgesetzt.

Verbrennungsmotoren sind eigentlich Heizungen mit dem Nebeneffekt, dass sich die Räder drehen. Die Effizienz selbst moderner Motoren lässt sich nur marginal steigern, da unweigerlich Wärme entsteht, die nicht zur Fortbewegung genutzt werden kann. Im Gegenteil, die Motoren müssen gekühlt werden, damit sie nicht zu heiß werden. 75% der eingesetzten Energie (und Ihres Geldes) verpuffen ungenutzt und heizen das Klima auf. Ungünstiger weise entstehen die meisten Abgase genau dort wo man sie am wenigsten brauchen kann, in den Städten. Allein in den täglichen Staus werden jeden Tag 30Mio. Liter Treibstoff ungenutzt verheizt. Das entspricht zur Zeit einem Gegenwert von 51Mio. Euro.


Wo wird mein umgebautes Fahrzeug aufgeladen?

An jeder Steckdose. Das ist das Schöne und Praktische am Fahren mit Strom: die Infrastruktur ist schon da. Selbst ohne teure und komplizierte öffentliche Infrastruktur findet man Zugang zum Stromnetz. Die ersten Fahrer von Elektroautos laden zum überwiegenden Teil in der heimischen Garage oder Carport. Als nächste Welle steht der Ausbau von Ladepunkten am Arbeitsplatz an. Auch hier reicht im Grunde eine Steckdose, denn große Kosten fallen für die Firma f